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Welche Ausnahmen von den RoHS- und
WEEE-Richtlinien gibt es?
Von den RoHS- und WEEE-Richtlinien
gibt es viele Ausnahmen. Um
sicherzustellen, dass für das
End-
bzw. Zwischenprodukt Ausnahmen
gelten, muss die Richtlinie
sorgfältig geprüft werden. Im
Allgemeinen sind Elektronikprodukte
aus den Bereichen Militär sowie
Luft- und Raumfahrt
ausgenommen.
Einige medizinische Geräte fallen
ebenfalls nicht unter die
Richtlinien. Legierungen
mit einem
Pb-Gehalt über 85 % sind auch nicht
betroffen.
Wo kann ich im Internet aktuelle
Informationen zu den WEEE- und
RoHS-Richtlinien erhalten?
Für die Umstellung Ihres
Unternehmens sind aktuelle
Informationen von höchster
Bedeutung.
Eine gute Quelle ist hier
das Internet. Die folgende Website
enthält aktuelle Informationen vom
TAC (Technical Adaptive Committee)
zur RoHS-Richtlinie.
Die Website
www.dti.gov.uk/sustainability
bietet nicht nur Kopien der WEEE-
und RoHS-
Richtlinien, sondern auch
die aktuellen Protokolle der
TAC-Sitzungen.
Eine weitere nützliche Website, die
Informationen zur WEEE-Richtlinie
aus der Perspektive der EU
enthält,
ist
www.europa.eu.int/comm/environment/waste/weee_index.htm.
Worum handelt es sich bei den neuen
Dokumenten IPC-1066 und IPC-1085 und
wie können sie Ihnen bei der
RoHS-Umstellung auf bleifreie
Verfahren helfen?
Diese IPC-Normen wurden im Januar
2005 veröffentlicht. Die Norm
IPC-1066 ("Marking, Symbols
and
Labels for Identification of
Lead-free and Other Reportable
Materials in Lead-free Assemblies,
Components and Devices") enthält
ausführliche Informationen zur
Kennzeichnung von Bauteilen
mit
bleifreien Beschichtungen. Diese
Empfehlungen können jedoch auch auf
Plattenbeschichtungen und die bei
der Montage verwendeten Lötmittel
angewendet werden. Die
verschiedenen
bleifreien Beschichtungen werden
mithilfe eines Buchstabensystems von
e1 bis e9
gekennzeichnet. Dieses
Dokument wird vor allem von
Bauteilherstellern bei der
Kennzeichnung
und Etikettierung von
bleifreien Bauteilen verwendet
werden.
Die Empfehlungen in diesem Dokument
sollten bei der Schulung des
Vertriebs-, Lager- und
Fertigungspersonals berücksichtigt
werden, um das Verständnis für die
zu lötenden
Bauteilbeschichtungen zu
erhöhen.
IPC-1065 ist ein Handbuch für
Materialdeklarationen, das
detaillierte Informationen zu den
unzähligen anderen geregelten
Chemikalien enthält, deren
Verwendung bei der
Leiterplattenbestückung bestimmten
Beschränkungen unterworfen ist.
Außerdem bietet das
Dokument
bewährte Testmethoden für diese
Chemikalien. Diese Informationen
sind besonders
dann von Nutzen, wenn
das Vorhandensein einer gemäß
RoHS-Richtlinie verbotenen Substanz
in
Tests ermittelt werden soll.
Welche Anforderungen gibt es
bezüglich der Kennzeichnung von
Produkten, die der RoHS-Richtlinie
entsprechen.
Die RoHS-Richtlinie fordert keine
spezielle Kennzeichnung für
Leiterplatten oder Box-Builds. Auch
wenn einige Unternehmen eigene
Etiketten entwickelt haben, ist dies
per Gesetz nicht notwendig.
Alle
Produkte, die auf den europäischen
Markt kommen, sollten der
RoHS-Richtlinie entsprechen.
Auch
das Bleifrei-Logo ist nicht zwingend
erforderlich.
Einige Hersteller verwenden eigene
Logos, um auf die Bleifreiheit ihrer
Produkte hinzuweisen.
Dies dient in
der Regel jedoch nur
Marketingzwecken.
Sind Materialdeklarationen für
Endprodukte notwendig?
Eine Materialdeklaration als Beweis
für die Einhaltung der geltenden
Richtlinie ist laut EG-
Gesetzgebung
nicht notwendig. Wenn jedoch bei
einem Produkt, das den europäischen
Markt
erreicht, ein Verstoß gegen
die RoHS-Richtlinie nach dem 1. Juli
2006 festgestellt wird, ist es
wichtig, wenn das Unternehmen
beweisen kann, dass alle möglichen
Vorkehrungen für die
Einhaltung der
Richtlinie getroffen wurden.
In diesem Fall sind
Materialdeklarationen bzw. Daten der
verwendeten Bauteile erforderlich.
Materialdeklarationen für jede
verwendete Komponente sind wichtig
und können beweisen, dass
die
erforderliche Sorgfalt aufgewendet
wurde. Dafür ist eine enge
Zusammenarbeit mit den
Lieferanten
unabdingbar.
Welche Elemente sollten
Materialdeklarationen für Bauteile,
Leiterplatten, Verdrahtung usw. auf
jeden Fall enthalten?
Materialdeklarationen müssen
hauptsächlich folgende Elemente
enthalten:
-
Einhaltung der europäischen
RoHS-Richtlinie hinsichtlich
verbotener Substanzen
-
Frei von flammhemmenden
polybromierten Diphenylen und
polybromierten Diphenyletheren,
die in einigen Phenoplasten und
Laminaten enthalten sein können
-
Temperaturhöchstgrenze für
bleifreies Löten
-
Neue Feuchtigkeitswerte für eine
bleifreie Montage
Es soll vor allem sichergestellt
werden, dass keine verbotenen
Substanzen enthalten und die Teile
für ein bleifreies Verfahren
geeignet sind. Bleifreies Löten
mithilfe von SAC-Legierungen
erfordert
höhere thermische Profile.
Um die Zuverlässigkeit zu
gewährleisten, muss besonders auf
die
Höchsttemperatur eines Teils und
die möglichen Auswirkungen von
Feuchtigkeit geachtet werden.
Wie wird "bleifrei" definiert? Gibt
es eine zulässige Höchstgrenze?
Gemäß der EU-RoHS-Richtlinien wird
0,1 Gew.-% (1000 ppm) als
Höchstgrenze für den Bleigehalt
pro
homogenem Material definiert, falls
keine beabsichtigte Zugabe vorliegt
(d. h. pro Material
vor dem
Lötvorgang).
Diese Grenze ist für jedes homogene
Material definiert, d. h.
Bauteilanschlüsse,
Anschlussbeschichtung, Glasfaser,
Plastgehäuse, Lötmittel,
Padbeschichtungen usw. Der Wert
bezieht sich NICHT auf 0,1 Gew.-%
des Endprodukts bzw. der
Leiterplatte.
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