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Gibt es eine standardmäßig eingesetzte
bleifreie Lotlegierung?
Genau wie
bei den bleihaltigen Loten gibt es auch bei
den bleifreien Loten Legierungen, die
besonders häufig eingesetzt werden. Durch
den Solder Products Value Council (SPVC),
eine
internationale Vereinigung von
Lötstoffherstellern, wurde SnAg3.0Cu0.5 als
Standard gewählt. Es
gibt eine Vielzahl von
SnAgCu-Legierungen, d. h., der Silberanteil
kann bei 3-4 % und der
Kupfergehalt bei
0,5-0,7 % liegen; der Schmelzpunkt variiert
jedoch mit einem Wert von 217-
220°C nur
geringfügig.
Sind mit der
Tatsache, dass bleifreie Lote im Vergleich
zu ihren bleihaltigen Pendants eine
geringere spezifische Dichte aufweisen, auch
Vorteile verbunden?
Die
spezifische Schwerkraft oder Dichte von
Sn63Pb37 oder Sn63Pb36Ag02, den wichtigsten
Standard-Bleilegierungen, liegt bei ca. 8,4
g/cm3. Bleifreie Legierungen, d. h. in der
Regel
Zinnlegierungen, haben eine
spezifische Dichte von ca. 7,3 g/cm3. Bei
gleichem Volumen sind
diese Legierungen also
in etwa um 15 % leichter als Bleilegierungen
Welche
bleifreien Legierungen haben einen niedrigen
Schmelzpunkt, und wo können diese
Legierungen eingesetzt werden?
Bei den
bleifreien Lotlegierungen mit einem
niedrigeren Schmelzpunkt als
Zinn/Silber/Kupfer-
Legierungen handelt es
sich in der Regel um Zinn oder
Zinnlegierungen, denen Bismut, Indium
oder
Zink zugesetzt wurde. Diese Formeln haben
sowohl Vor- als auch Nachteile.
• Bei
Bismutlegierungen kann der Anteil des
Bismuts stark variieren. Legierungen mit
mehr als
8% Bismut werden jedoch zu
brüchig.
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Der
Schmelzpunkt von SnAg3.0Bi3.0 liegt bei
213°C.
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Der
Schmelzpunkt von SnAg3.4Bi4.8 liegt bei
202-215°C.
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Der
Schmelzpunkt von SnAg2.0Cu0.5Bi7.5 liegt
bei 211°C.
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Der
Schmelzpunkt von SnBi58 liegt bei 138°C.
• Bei
Indiumlegierungen kann der Anteil des
Indiums stark variieren. Legierungen mit
einem
Anteil von ca. 50 % Indium weisen eine
geringe Festigkeit, dabei jedoch eine gute
Duktilität auf.
Gegen die Verwendung von
Indiumlegierungen spricht, dass der Stoff
sehr teuer ist.
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Der
Schmelzpunkt von SnAg3.3In4.8 liegt bei
212-214°C.
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Der
Schmelzpunkt von SnAg3.0Cu0.5In10 liegt
bei 194-200°C.
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Der
Schmelzpunkt von SnIn52 liegt bei 117°C.
• Der
Zinkanteil von Zinklegierungen liegt in der
Regel unter 10 %, allerdings kommen
Zinklegierungen für die meisten Anwendungen
aufgrund ihrer hohen Korrosionsanfälligkeit
nicht
in Frage.
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Der
Schmelzpunkt von SnAg3.0Zn15.0 liegt bei
200-202°C.
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Der
Schmelzpunkt von SnZn09 liegt bei 199°C.
Natürlich
wurden auch Lotlegierungen entwickelt, die
sowohl Bismut als auch Indium und Zink
enthalten:
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Der
Schmelzpunkt von SnBi3.0Zn9.0 liegt bei
187-195°C. Diese Legierung hat bessere
Benetzungseigenschaften als SnZn.
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Der
Schmelzpunkt von SnBi50.0In2.0 liegt bei
135-137°C. Diese Legierung weist im
Vergleich zu SnBi eine bessere
Duktilität auf.
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Der
Schmelzpunkt von SnBi15.0Zn5.0 liegt bei
170-193°C.
Welche
bleifreien Legierungen haben einen höheren
Schmelzpunkt, und wo können diese
Legierungen eingesetzt werden?
Gegenwärtig
ist es noch unmöglich, alle Legierungen mit
hohem Bleigehalt (>85 %) zu verbieten,
da es
für bestimmte Anwendungen keinen Ersatz
gibt. In einigen Fällen gibt es die
Alternative
jedoch bereits.
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Der
Schmelzpunkt von Sn95Sb05 liegt mit
232-240°C nur wenig höher als der
Schmelzpunkt von SnAgCu (217°C).
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Der
Schmelzpunkt von Sn20Au80 liegt bei
280°C, allerdings kommt der Einsatz der
Legierung in den meisten Fällen aus
Kostengründen nicht in Frage.
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Der
Schmelzpunkt von BiAg2.5 liegt bei
262°C.
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Der
Schmelzpunkt von BiZn2.7 liegt bei
255°C.
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Der
Schmelzpunkt von BiZn15 liegt bei
255-313°C.
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Der
Schmelzpunkt von SnAl05 liegt bei 382°C.
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Der
Schmelzpunkt von Sn65Ag25Sb10 liegt bei
230-235°C.
Welche
patentrechtlichen Fragen sind bei der
Verwendung bleifreier Lote zu beachten?
Bei über 150
Patenten weltweit bedarf die Auswahl einer
bleifreien Lotlegierung einiger Sorgfalt,
um
zu gewährleisten, dass schließlich die
richtigen Lizenzgebühren gezahlt werden. Für
einige
Legierungen gibt es keine
Patentrechte. Sie können ohne Lizenz
verwendet werden, da sie bereits
seit langem
in Umlauf sind.
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SnAg-,
SnCu-, SnSb-, SnIn-, SnBi- und
SnZn-Legierungen
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SnAg3.0Cu0.5 und SnAg4.0Cu0.5 (abhängig
von der Anwendung)
Die meisten
anderen bleifreien Metallverbindungen für
Lote sind patentrechtlich geschützt. Im
Folgenden sind einige der gängigsten Patente
für SnAgCu-Legierungen aufgelistet:
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Patent Nr.
5.527.628 (USA) der Iowa State
University Research Foundation (ISURF)
für Zinn/Silber/Kupfer-Legierungen im
Bereich SnAg(3.5-7.7)Cu(0.9-4.0).
-
Patent Nr.
JP302744 (Japan) von Senju/Matsushita
für Legierungen im Bereich
SnAg(3.0-5.0)Cu(0.5-3.0).
Kester hat
die internationalen Rechte an der
Herstellung und dem Verkauf dieser
patentrechtlich
geschützten
SnAgCu-Lotlegierungen. Diese Lizenz ist in
Bezug auf die Verwendung der
Legierungen auf
Kunden von Kester übertragbar.
Wie hoch ist
der Gehalt an Bleiverunreinigungen in
bleifreiem Lötmaterial?
Der Gehalt
an Bleiverunreinigungen in bleifreien Loten
liegt unter 500 ppm.
Bei der
Raffination von Zinn tritt immer eine
geringe Bleiverunreinigung auf. Der
Verunreinigungswert von 0,05 % liegt jedoch
weit unter der von der RoHS-Richtlinie
vorgegebenen Höchstgrenze von 0,1 %.
Trotzdem sollte vor allem während des
Wellenlötens eine
Bleiverunreinigung
vermieden werden.
Wie werden
bleifreie Lote analysiert?
Bleifreie
Lote können mittels Funkenanalyse und
Atomabsorptionsspektrometrie analysiert
werden. Beide Verfahren bieten Ergebnisse,
die mit ICP-AES vergleichbar sind. Die
Funkenanalyse wird jedoch in den meisten
Fällen bevorzugt.
Gibt es ein
bleifreies Lot mit einem ähnlich hohen
Schmelzpunkt wie Sn10Pb90?
Für das Lot
Sn10Pb90 gibt es keinen bleifreien Ersatz.
Lote mit hohem Schmelzpunkt können
jedoch
problemlos verwendet werden, da sie nicht
unter die RoHS-Richtlinien fallen, wenn sie
einen Bleigehalt von mehr als 85 %
aufweisen.
Gibt es ein
bleifreies Lot mit einem niedrigen
Schmelzpunkt?
Es gibt
bleifreie Legierungen für Lotpasten, die
35-58 % Bi enthalten, sowie andere Lote mit
einer
Reihe von Elementen wie Zink, die
einen niedrigeren Bismutgehalt aufweisen, z.
B. Sn89Zn8Bi3.
Der
Bi-Gehalt senkt den Schmelzpunkt, führt
jedoch auch zu schwächeren und brüchigeren
Lotverbindungen. Auch wenn Bismut den
Schmelzpunkt senkt und die
Benetzungseigenschaften
verbessert, weisen
solche Legierungen also auch Nachteile auf.
Zn oxidiert sehr schnell und
erfordert auf
Grund seiner Neigung zu elektrolytischer
Korrosion bei der Verwendung höchste
Sorgfalt. Hersteller von elektronischen
Gebrauchsartikeln verwenden hauptsächlich
diese
Legierungen.
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