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Anforderungen
-
Alternative Legierungen sollten relativ
kostengünstig sein.
- Sie
dürfen möglichst keine Schadstoffe
enthalten.
- Sie
dürfen kein potenzielles Risiko für die
Umwelt darstellen. Bei Auflistung
nach steigendem Risikofaktor ergibt sich
folgende Reihenfolge: Bi > Zn > In > Sn
< Cu > Sb > Ag > Pb.
- Als
Alternativen angebotene Legierungen
müssen die handelsüblichen bleifreien
Bauteil- und Leiterplattenbeschichtungen
benetzen können.
- Die
Legierungen müssen mit vorhandenen
Flussmitteltechnologien und -formeln
eingesetzt werden können.
-
Alternativen müssen zuverlässige
Lötstellen garantieren, sie dürfen nicht
zu Oxideinschlüssen oder starker
Lunkerbildung neigen.
- Sie
müssen bei relativ niedrigen
Temperaturen einsetzbar sein.
- Sie
müssen korrosionsbeständig sein und
dürfen auch nicht zu elektrolytischer
Korrosion neigen.
- Sie
müssen mit Kupfersubstraten,
Nickel/Sudgold-Beschichtungen und einer
Vielzahl anderer bleifreier oder auch
bleihaltiger Substrate kompatibel sein.
- Die
Legierungen müssen als Stablot,
Massivdraht, Formteile, Lotkugeln oder
Pasten lieferbar sein.
- Die
einlegierten Metalle müssen in
ausreichender Menge verfügbar sein.
- Sie
müssen einen niedrigen Schmelzpunkt
aufweisen (< 240°C).
- Sie
müssen eine gute elektrische
Leitfähigkeit aufweisen.
- Sie
müssen eine gute thermische
Leitfähigkeit aufweisen.
- Sie
müssen leicht zu reparieren sein.
- Sie
müssen eine gute Festigkeit
gewährleisten.
- Die
Legierungen müssen sich für das
Recycling eignen.
Bleifreie
Legierungen
Das in den
USA tätige NEMI-Konsortium empfiehlt bei
Bestückungsvorgängen für das Reflow-Löten
SnAg3.9Cu0.6-Legierungen und für das
Wellenlöten SnCu0.7-Legierungen. Die
Bleifrei-Richtlinie
der japanischen JEITA
(Japanischer Verband der Elektronik- und
IT-Industrie) empfiehlt für das
Reflow-Löten
mit SnAg-Legierungen SnAg3.0Cu0.5 und als
sekundäre Alternative SnZnBi. Darüber
hinaus
empfiehlt JEITA für das Wellenlöten mit
SnCu-Legierungen auch SnAg3.0Cu0.5 als
sekundäre Alternative. Das europäische
IDEALS-Konsortium favorisiert demgegenüber
für das
Reflow-Löten SnAg3.8Cu0.7 und für
das Wellenlöten SnAg3.8Cu0.7Sb0.25. Die
Bleifrei-Richtlinie
des europäischen
SOLDERTEC-Verbands empfiehlt für das Reflow-
und Wellenlöten Legierungen
aus dem Bereich
SnAg(3.4-4.1)Cu(0.45-0.9).
Damit werden
Legierungen der SnAgCu-Familie gegenwärtig
weltweit als beste Alternative
gehandelt.
Als echte eutektische Verbindungen wurden
die Legierungen aus dem Bereich
SnAg(3.5-
3.8)Cu(0.7-1) festgelegt. NIST
definierte SnAg3.5Cu0.9 als wirklich
eutektische Legierung.
In Japan
setzen zwei Drittel der Hersteller für das
Reflow- und Wellenlöten SnAgCu ein. Für das
Reflow-Löten bei Bestückungsvorgängen werden
auch SnAg-, SnZnBi-, SnAgCuBi- und
SnInAgBi-
Legierungen verwendet, allerdings
in geringerem Umfang. Beim Wellenlöten sind
die seltener
eingesetzten Legierungen SnCu
und SnAg. Beim manuellen Löten verwenden
drei Viertel der
Hersteller
SnAgCu-Legierungen. Dabei wird in Japan bei
den SnAgCu-Legierungen vor allem
SnAg3.0Cu0.5 verwendet. Auch andernorts ist
die Tendenz bei der Verwendung dieser
Legierung
steigend.
Kester
besitzt Lizenzen für das Patent Nr.
5.527.628 für SnAgCu(Bi) von ISURF, für das
Patent Nr.
3027441 für SnAgCu(Bi) von
Senju-Matsushita und das Patent Nr.
4.879.096 für SnAgBiCu von
Oatey.
Im Folgenden
finden Sie eine Liste der bleifreien
Legierungen geordnet nach Schmelzpunkt. Die
Liste enthält nicht alle Legierungen. Aus
dem Fehlen einer Legierung leitet sich nicht
automatisch
ab, dass diese nicht geeignet
ist.
|
Legierung
|
Schmelzpunkt °C
|
Bemerkungen
|
|
SnSb5 |
232-240 |
Wird in den USA
standardmäßig in der
Installationstechnik
eingesetzt; gute
Schubfestigkeit und
thermische
Ermüdungsbeständigkeit
|
|
SnCu2.0Sb0.8Ag0.2
|
219-235 |
|
|
Sn |
232 |
|
|
SnCu0.7 |
227 |
Bekannte kostengünstige
Alternative für das
Wellenlöten |
|
SnAg2.5Cu0.8Sb0.5
|
217-225 |
AIM-Patent |
|
SnAg4.0Cu0.5 |
217-224
* |
|
|
SnAg3.9Cu0.6 |
217-223
* |
NEMI-Legierung |
|
SnAg3.5 |
221 |
|
|
SnAg2.5Bi1.0Cu0.5
|
214-221 |
|
|
SnAg3.0Cu0.5 |
217-220
* |
Führende Legierung in Japan
|
|
SnAg3.8Cu0.7 |
217-218
* |
|
|
SnAg3.5Cu0.7 |
217-218
* |
Allgemein verwendet
|
|
SnAg2.0Bi3.0Cu0.75
|
207-218 |
|
|
SnAg3.5Cu0.9 |
217
* |
Laut NIST wirklich
eutektisch |
|
SnIn4.0Ag3.5Bi0.5
|
210-215 |
Mitsui Metal-Patent
|
|
SnAg3.4Bi4.8 |
201-215 |
|
|
SnBi7.5Ag2.0 |
191-216 |
|
|
SnIn8.0Ag3.5Bi0.5
|
197-208 |
Matsushita
(Panasonic)-Patent
|
|
SnZn9 |
199 |
Neigt zu atmosphärischer
Korrosion und Oxydation
|
|
SnZn8Bi3 |
191-198 |
Neigt zu atmosphärischer
Korrosion und Oxydation
|
|
SnIn20Ag2.8 |
175-187 |
|
|
SnBi57Ag1 |
137-139 |
Motorola-Patent |
|
SnBi58 |
138 |
|
|
SnIn52 |
118 |
|
*
Hinweis: Zwar herrscht Einigkeit
darüber, dass der Schmelzpunkt
dieser SnAgCu-Legierungen bei
ca.
217°C liegt, als Schmelzbereich
werden für die Legierungen jedoch
z. T. unterschiedliche Werte
angegeben. Der ausgewiesene
Schmelzbereich wird auf der
Grundlage des NIST-Phasendiagramms
geschätzt. Bei 220°C liegt der
Festkörpergehalt dieser Legierungen
laut NIST jedoch immer bei
0,1 %.
Materialkosten im Vergleich zu
Sn63Pb37*-Legierungen
|
Legierungsfamilie
|
Relatives Kostenverhältnis:
Sn63Pb37 = 1
|
|
SnInAg(Bi) |
3.3-3.5 |
|
SnAgCu |
2.9-3.3 |
|
SnAg |
3.1 |
|
SnAgBi(Cu) |
2.4-3.1 |
|
SnBiAg(Cu) |
2.1-3.1 |
|
SnBi |
1.7 |
|
SnCu |
1.5 |
|
SnZn(Bi) |
1.4 |
*
Hinweis: Die Kosten wurden basierend
auf dem Marktpreis der Metalle
berechnet.
SnAgCu(Bi)-Legierungen
-
Bleifreie Alternative mit
höherem Schmelzpunkt.
SnAgCu-Legierungen gelten in der
Elektronikbranche als Standard.
In den meisten Fällen weisen sie
im Vergleich zu SnPb-Legierungen
die gleiche oder eine bessere
thermische
Ermüdungsbeständigkeit auf.
-
Die
Oberflächenspannung ist bei
diesen Materialien höher, ihre
Benetzungseigenschaften sind
schlechter als bei
SnPb-Legierungen.
-
Ag
bietet im Vergleich zu Pb eine
höhere Festigkeit bei geringerer
Duktilität.
-
Durch Cu sinkt der Schmelzpunkt
des Lots, die thermische
Ermüdungsbeständigkeit
verbessert sich ebenso wie die
Benetzbarkeit. Cu verzögert
während des Lötvorgangs die
Auflösung der Kupferbestandteile
des Basismaterials oder der
Bauteile im geschmolzenen Lot.
-
Durch Bi sinkt der Schmelzpunkt
des Lots, die Benetzbarkeit
verbessert sich. Bei
bleihaltigen heiß verzinnten
Leiterplatten (HASL) oder
Bauteilen kann die thermische
Ermüdungsbeständigkeit durch Bi
herabgesetzt werden, da sich
Sn16Pb32Bi52 (Schmelzpunkt=95°C)
bilden und zwischen Lot und
Beschichtung einlagern kann
(Fillet Lifting).
SnBi58(Ag)-Legierung
-
Eine bleifreie Alternative mit
niedrigem Schmelzpunkt für
elektronische Konsumartikel.
Aufgrund der geringen
Schmelztemperatur kommt die
Legierung bei Anwendungen mit
einer Betriebstemperatur um
138°C nicht in Frage.
-
Durch den großen Bi-Anteil wird
zwar die Schmelztemperatur des
Lots stark gesenkt, es ist
dadurch jedoch auch brüchiger.
Bi verbessert die
Benetzungseigenschaften,
allerdings relativiert sich
dieser Vorzug durch die stärkere
Oxydationsbereitschaft. Bei
bleihaltigen heiß verzinnten
Leiterplatten (HASL) oder
Bauteilen kann die thermische
Ermüdungsbeständigkeit durch Bi
herabgesetzt werden, da sich
Sn16Pb32Bi52 (Schmelzpunkt=95°C)
bilden und zwischen Lot und
Beschichtung einlagern kann
(Fillet Lifting).
-
Durch Einlegierung eines
geringen Silberanteils können
Festigkeit und thermische
Ermüdungsbeständigkeit
verbessert werden. Dies setzt
jedoch voraus, dass kein
Material Blei enthält.
SnZn(Bi)-Legierung
-
Bleifreie Alternative mit
moderatem, nur wenig über SnPb
gelagerten Schmelzpunkt.
-
Durch Zn wird der Schmelzpunkt
gesenkt, allerdings weist es
eine höhere
Oxydationsgeschwindigkeit auf
und ist weniger
korrosionsbeständig. Aufgrund
der hohen Oxydationsbereitschaft
kommt das Material beim
Wellenlöten nicht in Frage.
Durch die hohe
Reaktionsfähigkeit des Zink sind
Schablonenstandzeit oder
Haltbarkeit der Lotpaste ggf.
geringer als bei anderen
Legierungen.
-
Durch Bi wird der Schmelzpunkt
weiter gesenkt, es verbessert
die Benetzungeigenschaften und
in geringem Maße auch die
Korrosionsbeständigkeit. Bei
bleihaltigen heiß verzinnten
Leiterplatten (HASL) oder
Bauteilen kann die thermische
Ermüdungsbeständigkeit durch Bi
herabgesetzt werden, da sich
Sn16Pb32Bi52 (Schmelzpunkt=95°C)
bilden und zwischen Lot und
Beschichtung einlagern kann
(Fillet Lifting).
SnInAgBi-Legierung
-
Bleifreie Alternative mit
moderater Schmelztemperatur, die
unter SnAgCu liegt.
-
Durch Ag verbessert sich die
Festigkeit der Legierung.
-
Durch Indium wird der
Schmelzpunkt gesenkt. Indium ist
ein duktiles Material. Bei
bleihaltigen heiß verzinnten
Leiterplatten (HASL) oder
Bauteilen bildet das Indium eine
ternäre Verbindung, deren
Phasenübergang bei 114°C liegt.
-
Durch Bi wird der Schmelzpunkt
weiter gesenkt, und die
Benetzungseigenschaften
verbessern sich. Bei
bleihaltigen heiß verzinnten
Leiterplatten (HASL) oder
Bauteilen kann die thermische
Ermüdungsbeständigkeit durch Bi
herabgesetzt werden, da sich
Sn16Pb32Bi52 (Schmelzpunkt=95°C)
bilden und zwischen Lot und
Beschichtung einlagern kann
(Fillet Lifting.
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